Bolonkazucht vom Ohmsteder Esch

Hunde zum Verlieben

 

Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen Deutschem Bolonka und Bolonka Zwetna ?
Verfasst von Annette Bonnefoux

Man muss sich zuallererst einmal klar werden, dass Russland als Ursprungsland der Rasse Bolonka Zwetna eine klare Vorstellung davon hat, wie ein Bolonka Zwetna auszusehen hat.

Diese Vorstellung hat der russischen FCI-Verband "RKF" 1997 in einem Rassestandard festgelegt.

Dieser Standard spricht von einem kleinen kräftigen Hund, dessen Grösse (ungeachtet des Geschlechts) zwischen 24 und 26 cm zu liegen hat.

Er darf praktisch jede Farbe haben jedoch sollte sein Fell möglichst kein Weiss aufweisen-höchstens ein wenig Weiss an Brustkorb und Pfoten ist erlaubt.

 

Dagegen haben sich Züchter des russischen Bolonka Zwetna in Deutschland seit Jahren nach einer Beschreibung der ehemaligen DDR gerichtet, die den Tsvetnaya Bolonka etwas anders beschreibt:

von einem kleinen, zarten Hund, von 20 bis 26 cm ist dort die Rede, der alle Farben ausser Reinweiss haben darf.

Seit 1997 missachtet ein Grossteil der deutschen Zwetna-Züchtern (viele aus Unwissenheit) die Tatsache, dass diese DDR-Beschreibung nun angesichts der Existenz eines russischen Standards keine Gültigkeit mehr hat.

Das Ergebnis davon ist, dass in Deutschland eine Menge Bolonka Zwetnas gezüchtet wurden, die dem russischen Standard nicht entsprechen, weil sie kleiner als 24 cm und recht oft weiss gescheckt sind.

Weisschecken sind in Deutschland allgemein beliebt, nach russischen Masstäben aber keine korrekten Bolonka Zwetnas.

Dieser etwas kleinere Typ Bolonka, gerne (aber nicht zwingend) mit hohem Weissanteil, aber wird vom Rassestandard des Deutschen Bolonka aufgefangen.

Bolonkas mit diesen Eigenschaften (bis 24 cm-aber grösser als 20 cm- bei erlaubtem hohem Weissanteil) werden seit 2003 ganz gezielt im Verbund Deutscher Bolonka Züchter e.V gezüchtet und in ein Zuchtbuch eingetragen.

Unter der Bezeichung "Deutscher Bolonka" entsteht hier eine eigenständige Rasse, die die FCI-Anerkennung anstrebt.

Ähnlich entstanden einst der Cavalier King Charles Spaniel neben dem King Charles Spaniel oder der amerikanische neben dem englischen Cockerspaniel.

Jüngstes Beispiel: der weisse, schweizer Schäferhund existert nun offiziell neben dem deutschen Schäferhund.

Ausserhalb des Verbundes Deutscher Bolonka Züchter gibt es zahlreiche Deutsche Bolonkas, die aber nicht als solche eingetragen sind-

oft genug, weil die Züchter nicht einmal wissen, dass ihre Hunde dem Standard des Bolonka Zwetna gar nicht entsprechen

Das gilt für alle Zwetna-Züchter, die gerne kleine Bolonkas mit kürzerem Fang züchten- oder die, die Weisschecken unter ihren Zuchttieren haben.

Die Eltern der ersten eingetragenen Deutschen Bolonkas sind Bolonkas, die zwar noch als Zwetna eingetragen wurden, aber von Grösse, Typ und Farbe her Deutsche Bolonkas sind.

Fällt nun ein Wurf innerhalb des VDBZ e.V., entscheidet der Zuchtwart mit ca. 8 Wochen, welche Welpen eines Wurfes als Deutscher Bolonka und welche als Bolonka Zwetna eingetragen werden: ausschlaggebend sind Grösse, Typ und Farbe des Welpen zum Zeitpunkt der Wurfabnahme.

Anders gesagt: wird der Welpe später voraussichtlich eher in den Standard des Bolonka Zwetna oder in den des Deutschen Bolonka passen?

Es braucht Erfahrung und einen sicheren Blick, um dies so frühzeitig zu erkennen, aber in den meisten Fällen hat sich die Entscheidung bisher als richtig erwiesen.

Wichtig:

Ziel ist nicht, möglichst winzige Hunde zu züchten! Die Zuchttiere werden auch nicht nach dem Kriterium der geringen Grösse ausgewählt.

Zuchtziel ist ein kräftiger, gesunder kleiner Hund, der ein niedliches Gesicht haben soll und (im Gegensatz zum Bolonka Zwetna) einen hohen Weissanteil aufweisen darf.

Es ist zu betonen, dass der Fang des Deutschen Bolonkas nicht übertrieben kurz sein darf und  dass Hunde unter 20 cm Grösse nicht in die Zucht kommen.

Der Weg bis zur FI-Anerkennung ist noch weit, aber jedes Jahr erblicken mehr kleine Deutsche Bolonkas das Licht der Welt-sehr zur Freude ihrer Besitzer!